Entwicklung

2015

Nachdem es seit mehreren Jahren im WTR-Bereich kaum Aufsehen erregende Neuerungen gab, ändert sich das im 1. Quartal dieses Jahres. Casio bringt mit dem FX-87 DE X CLASSWIZ den ersten WTR mit hochauflösendem Display auf den Markt. Äußerlich erinnert dieses Modell zwar eher an einen klassischen HP-Taschenrechner mit überladener Tastenbelegung, das Display setzt allerdings neue Maßstäbe im WTR-Bereich. Mit einer Auflösung von 192x62 Bildpunkten (viermal so viel wie ein Standard-WTR-Display) ergeben sich bis zu fünf darstellbare Zeilen, die unter anderem einer einfachen Tabellenkalkulation zugute kommen. Außerdem wirbt Casio damit, dass über einen vom WTR generierten QR-Code über ein Smartphone oder Tablet zusätzliche Informationen über das Internet aufgerufen werden können. Darüber, ob das Modell sich durchsetzen kann, dürfte aber weniger dieses Gimmick als viel mehr der tatsächliche Verkaufspreis entscheiden.

2014

Im Sommer erscheint der Casio FX-87DE Plus. Das Modell ist speziell auf die neuen Anforderungen an den Gymnasien in Baden-Württemberg zugeschnitten. Es handelt sich dabei um einen "aufgebohrten" FX-86DE Plus, der im Bereich der Wahrscheinlichkeitsverteilungen zusätzliche Funktionalität bietet, die bereits vom FX-991DE Plus bekannt ist. Äußerlich unterscheidet sich der FX-87DE Plus vom FX-86DE Plus nur durch die Modellbezeichnung – alles andere ist zu 100% identisch.

2013

Hewlett-Packard löst mit dem HP-300S Plus den HP-SmartCalc 300S ab. Inhaltlich entspricht das Casios Wechsel von der ES- zur DE-Modellreihe (Primfaktorzerlegung, kgV, ggT usw.). Wie schon beim Vorgänger sind die Ähnlichkeiten (oder sollte man sagen: Übereinstimmungen?) zu den Casio-Modellen bei Funktionalität, Tastenbeschriftung und Bildschirmdarstellung sehr auffällig.

2012

Casio lässt die ES-Modellreihe in die DE-Modellreihe übergehen: Casio FX-85 DE Plus und Casio FX-82 DE Plus heißen die beiden Neuen; der FX-350 ES (also die Knopfzellen-Version des FX-82 ES) bekommt keinen Nachfolger. Die vom FX-86 DE Plus bekannten Verbesserungen werden übernommen, der Funktionsumfang wird aber nur geringfügig erweitet. Periodische Dezimalbrüche, Zahlensysteme und physikalische Konstanten wie beim FX-86 DE Plus gibt es nicht.
Bei Sharp wird es bunt. Zwar nicht im Display, dafür aber die Tasten und das Gehäuse. Sharp EL-W531 XG (solar) bzw. Sharp EL-W531 XH heißen die Nachfolger der W531-Modelle, die es in unterschiedlichen Trendfarben gibt. Leider hat Sharp es aber immer noch nicht geschafft, dem Gerät die Anzeige von Wertetabellen beizubringen. Dafür sind die WTR von Sharp die einzigen, die im Pentalsystem rechnen können ...

2008

Casio ergänzt die ES-Reihe durch den Casio FX-86 DE Plus, der speziell für den deutschen Markt entwickelt wurde und entsprechend eine deutschsprachige Menüführung hat. Verbessert wurde gegenüber den ES-Modellen außerdem die (ohnehin schon gute) natürliche Darstellung und die Eingabe von Brüchen. Außerdem ist es der erste Taschenrechner, der auch mit periodischen Dezimalbrüchen zurecht kommt: Sie können eingegeben werden und werden korrekt mit Periodenstrich angezeigt. Weitere Neuerungen sind die Möglichkeit zur Primfaktorzerlegung, das Berechnen von ggT und kgV sowie das Rechnen mit Dual-, Oktal- und Hexadezimalzahlen. Dazu sind noch eine große Zahl an physikalischen Konstanten und Einheitenumrechnungen implementiert.

2007

Acht Jahre hat Texas Instruments den TI-30 X II technisch unverändert am Leben gehalten und sich zwei Jahre Zeit gelassen mit einer Antwort auf Casios ES-Modelle mit natürlicher Darstellung. Diese lautet TI-30 XS MultiView bzw. TI-30 XB MultiView und braucht sich hinter den Casio-Geräten nicht zu verstecken. Die Darstellungsqualität übertrifft in Grenzfällen (mehrzeilige Terme) die der ES-Modelle, die Eingabe von Brüchen ist komfortabler, die statistischen Funktionen intuitiver bedienbar. Die Tastatur ist sparsamer beschriftet als man das von klassischen WTR kennt - die nicht direkt erreichbaren Funktionen verbergen sich in Menüs.
Sharp zieht ebenfalls nach und bietet mit dem Sharp EL-W531 G (Solar) bzw. dem Sharp EL-W531 H (Batterie) auch Modelle mit natürlicher Darstellung, die bei Sharp "WriteView" heißt. Im Unterschied zu den neuen Modellen von Texas Instruments und Casios ES-Modellen können die Sharp-Geräte aber keine Wertetabelle darstellen.
Auch von Hewlett-Packard gibt es Neues. Der kaum konkurrenzfähige HP-30S wird abgelöst vom HP-SmartCalc 300s und der hat ein Display - wer hätte es gedacht - mit natürlicher Darstellung, die bei HP "Textbook Format Display" heißt. Auch Wertetabellen und statistische Funktionen sind jetzt mit an Bord. Auffällig ist die Ähnlichkeit mit Casios ES-Modellen, bis hin zur Darstellung einzelner Menüs. Wie das wohl kommt?

2005

Sharp folgt dem Konzept von Texas Instruments und Casio und bietet ab sofort den EL-531 in zwei funktional identischen Modellen an, die sich nur hinsichtlich der Stromversorgung unterscheiden. Sharp EL-531 WG (Solar) bzw. Sharp EL-531 WH (Batterie) heißen die neuen Modelle.
Die eigentliche Neuerung dieses Jahres und ein Meilenstein in der Entwicklung der WTR kommt allerdings von Casio: Der Casio FX-82 ES ist weltweit der erste WTR mit "natürlicher Darstellung", die bei Casio "Natural Display" heißt. Mit einigen Monaten Verzögerung gibt es passend dazu auch den Casio FX-350 ES und den Casio FX-85 ES mit der von den Vorgängern übernommenen Stromversorgung. Erstmals sehen mathematische Terme auf einem WTR-Display nun so aus wie im Mathematikbuch (bei den GTR von Sharp gab es das schon Jahre zuvor). Die Eingabe von Brüchen, Wurzeln, Potenzen etc. erfolgt mittels Platzhaltern. Das ist zwar für geübte Anwender in einigen Fällen (z.B. bei der Eingabe von Brüchen) etwas umständlicher als eine direkte Eingabe, für ungeübte Schüler und "Erstanwender" aber eine erhebliche Erleichterung. Ebenfalls eine Neuerung im Bereich der WTR: Die ES-Modelle können nach Eingabe eines Funktionsterms eine Wertetabelle anzeigen; Startwert, Endwert und Schrittweite sind frei wählbar. Und: Jetzt hat endlich auch Casio ein echtes Multi-Line-Playback in seine WTR implementiert.

2004

Texas Instruments steckt den betagten TI-30 X II in ein neues Kleid. Das Display erhält eine schicke silberfarbene Einfassung und die Tasten eine andere Farbe. (S)olar-Version (dunkles Gehäuse) und (B)atterie-Version (helles Gehäuse) sind jetzt deutlicher zu unterscheiden. Unter der Haube ändert sich allerdings nichts.

2002

Bei Casio wird die WA-Modellreihe durch die MS-Modelle mit zentraler Cursortaste abgelöst: Casio FX-85 MS (Solar) bzw. Casio FX-350 MS (Batterie) heißen die neuen Geräte. Hinzu kommt neu der Casio FX-82 MS, der vollkommen baugleich zum FX-350 MS ist, allerdings mit einer Standard AAA-Batterie betrieben wird und nicht wie der FX-350 MS mit einer Knopfzelle. Dadurch ist der FX-82 MS etwa 50 ct günstiger in der Anschaffung und hat eine doppelt so lange Batterielebensdauer. Die bei den MS-Modellen neue zentrale, in vier Richtungen bedienbare Cursortaste suggeriert zwar, dass nun endlich echtes "Multi-Line-Playback" möglich sei, aber dem ist nicht so. Sharp und TI sind den Casio-Modellen in diesem Punkt immer noch voraus.

2001

Sharp verpasst dem EL-531 RH ein Facelifting, verbessert die Anordnung der Cursortasten und gestaltet das Gehäuse etwas frischer. An Funktionalität und Bedienkonzept ändert sich nichts. Ergebnis: EL-531 VH.

2000

Hewlett-Packard zieht nach und bietet mit dem HP 30s nun ebenfalls ein Modell mit zweizeiligem Display an. Bei Sharp und Casio gibt es etwas Modellpflege: Der Sharp EL-531 RH hat nun auch ein "Multi-Line-Playback", so dass frühere Eingabezeilen wieder aufgerufen werden können. Die neuen Casio-Modelle Casio FX-85 WA (Solar) bzw. Casio FX-350 WA können das immer noch nicht.

1999

Mit dem TI-30 X II in den Ausführungen S(olar) und B(atterie) und dem Casio FX-85 W (Solar) bzw. dem Casio FX-350 W (Batterie) sowie dem Sharp EL-531 LH erscheinen die ersten WTR mit zweizeiligem Display. Das ist eine echte Innovation, denn jetzt sieht man nicht nur das Ergebnis einer Berechnung, sondern gleichzeitig auch noch die zuvor getätigte Eingabe. Der TI-30 X II geht sogar noch einen Schritt weiter und ermöglicht ein echtes "Equation Recall", bei dem nicht nur die zuletzt getätigte Eingabe editiert werden kann, sondern komplette vorherige Eingabezeilen zurückgeholt und geändert werden können. Damit lassen sich z.B. einfache rekursive Algorithmen, wie das Newton-Verfahren ohne Programmierung realisieren.